Der Kreis Ortelsburg bis 1945 Der Landkreis Ortelsburg war mit einer Fläche von 1703 km² einer der größten in Ostpreußen. Im Jahre 1939 wohnten dort 73.442 Einwohner. Um das Jahr 1350 leitete der Deutsche Orden auch für die südlichen verödeten und fast menschenleeren Grenzlandschaften – die Ordenssprache kennt dieses Gebiet nur als „Wildnis“ – eine neue Ära ein. Der oberste Spittler und Komtur von Elbing, Ortolf von Trier (1349–1371), ließ auf der Landenge zwischen dem Großen- und dem Kleinen Haussee, wahrscheinlich an der Stelle einer früheren preußischen Siedlung, zur Sicherung dieses Gebietes das „feste Haus“ errichten. Nach seinem Erbauer wurde es „Ortulfsburg“ genannt. Zum ersten Male erscheint der Name Ortulfsburg als Ort in der Urkunde vom 24. November 1360, durch welche Ortolf von Trier masowische Kolonisten am Nordufer des Kleinen Haussees als Biener oder Beutner angesiedelt hat. In dieser Urkunde wird auch der erste Pflerger des Gebietes, Heinrich Murer, genannt. Mit dem Bau der Ortulfsburg, die zum Mittelpunkt des Pflegeamtes wurde, begann die Besiedlung des Amtes Ortelsburg. Städtische Rechte erhielt die Siedlung 1616, Stadtrechte im eigentlichen Sinne erst 1723. 1782 zählte die Stadt ca. 1000 Einwohner. Der Handwerker- und Handelsort wurde nach den Lasten der Napoleonischen Kriege (Plünderung 1806, Einquartierung 1812) zur Kreisstadt des neuen Kreises Ortelsburg. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie 1888 nahmen Wirtschaft und Handel erheblichen Aufschwung, bis die Stadt in den Masurenschlachten zu Beginn des Ersten Weltkriegs fast völlig zerstört wurde. Durch Unterstützung der Patenstädte Wien und Berlin wurde der Wiederaufbau noch während des Ersten Weltkrieges abgeschlossen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges forderte Polen von den Siegermächten eine Angliederung Masurens und damit auch des Kreises Ortelsburg an Polen. Bei der am 11. Juli 1920 durchgeführten Volksabstimmung wurden im Kreis Ortelsburg 48.204 Stimmen für den Verbleib bei Deutschland und 511 Stimmen für den Anschluss an Polen abgegeben; Masuren blieb deutsch. Im Januar 1945 wurde der Kreis Ortelsburg, wie ganz Ostpreußen, von der Roten Armee erobert und anschließend unter polnische Verwaltung gestellt. Die Mehrheit der Einwohner war im Januar 1945 vor der Roten Armee geflohen. Die Zurückgebliebenen wurden von der polnischen Verwaltung enteignet und in andere deutsche Gebiete westlich der Oder vertrieben oder mussten nach einer Verifizierung die polnische Staatsangehörigkeit annehmen. Weitere Informationen rund um die Stadt und den Kreis Ortelsburg Umbenennung von Ortsnamen im Kreis Ortelsburg Das Ortelsburger Publikandum -------------------------------------------- Für die aus dem Kreis Ortelsburg stammenden Vertriebenen übernahmen 1954 Kreis und Stadt Hannoversch Münden die Patenschaft, die 1962 von der Stadt Wanne-Eickel übernommen wurde und seit dem Zusammenschluss (1975) von der Stadt Herne fortgeführt wird. 1990
wurde im
deutsch-polnischen Grenzvertrag die
Oder-Neuße-Grenze völkerrechtlich anerkannt. Der ehemalige
Kreis Ortelsburg ist ein Teil der Woiwodschaft
Ermland-Masuren im
Norden Polens. Die
Stadt
Ortelsburg trägt seit 1945 den polnischen Namen Szczytno.
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