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Sept.
2009
Ortelsburger Hauptkreistreffen in Herne
Der
Kreisvorsitzende Dieter Chilla konnte beim
diesjährigen Jahrestreffen am 20. September 2009 in Herne etwa 900
Besucher begrüßen, ein Beweis für die große
Heimattreue unserer Ortelsburger Landsleute. Unter ihnen waren folgende
Gäste:
Dr. Renate Sommer,
Abgeordnete im Europaparlament; Ingrid Fischbach, MdB, die auch die
Festrede hielt; Horst Schiereck, Oberbürgermeister der Stadt
Herne; Winfried Kunert, Stellvertretender Bürgermeister der Stadt
Herten; Dariusz Malinowski, Vorsitzender des polnischen Freundeskreises
der Stadt Szczytno; Karl-Heinz Eggert, Vorsitzender des deutschen
Freundeskreises der Stadt Herten sowie eine Abordnung des deutschen
Kulturvereins aus Ortelsburg.
Die Feier wurde musikalisch umrahmt von
den machtvollen Klängen des evangelischen Posaunenchores
Gelsenkirchen-Resse.

Links der Vorsitzende der
Kreisgemeinschaft Ortelsburg Dieter
Chilla,
rechts der Oberbürgermeister der Stadt Herne Horst Schiereck.
  



Von links
1.Foto: Ilse Masuch hat in den vergangenen Jahren mit beispielhaftem
Einsatz finanzielle Mittel für die Restaurierung der evangelischen
Kirchen in Ortelsburg, Rheinswein und Passenheim eingeworben. Sie wurde
dafür von Dieter Chilla geehrt.
2. Foto: Oskar Kendziorra erhält für seine
Verdienste um die Familienforschung die Ortelsburger Ehrennadel.
3. und 4. Foto: Brigitte Napierski, Edith Wienkop, Alfred und Sigrid
Denda an den Büchertischen.
Alle Fotos Joachim Lange
Febr.2009
2.
Seminar der Kreisgemeinschaft
Edelfried Baginski
Die Kreisgemeinschaft veranstaltete
vom 13.
bis 15. Februar 2009 ihr zweites Heimatseminar im Ostheim in Bad
Pyrmont. Der Abgang der Bekenntnisgeneration und die zunehmende
Übernahme der Funktionsaufgaben durch die Bekenntnisgeneration in
den Kreisgemeinschaften begründen die zunehmende Bedeutung solcher
Seminare.
Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - unter ihnen der
Vorsitzende und vier weitere Mitglieder des deutschen Kulturvereins aus
Ortelsburg - waren trotz des winterlichen Wetters angereist, um an dem
interessanten Tagungsprogramm teilzunehmen.
Die Leitung des Seminars hatte der zweite Vorsitzende, Dieter
Chilla, übernommen. Das Programm enthielt sowohl geschichtliche
als auch aktuelle Themen wie z.B. das Referat von Dr. Stefan Hartmann
"Zur nationalpolnischen Bewegung und preußischen bzw. deutschen
Politik in Masuren vor und nach dem Ersten Weltkrieg".
Der Kreisvorsitzende Edelfried Baginski referierte über die
Aktivitäten der Kreisgemeinschaft, die er unter das Leitwort
stellte: "Vergangenheit bewahren - die Gegenwart mit Leben
erfüllen - und der Zukunft hoffnungsvolle Perspektiven geben."
Dr. Manfred Schwarz und Herr Stefan Mack präsentierten das
"Bildarchiv Ostpreußen" und wiesen einige Landsleute praktisch in
das Programm und die erforderliche Bildbearbeitung ein.
Sehr interessant waren auch die Referate von Frau Allmendinger
über "Vorfahrenforschung mit Hilfe der DNA" und von Marc Plessa
über "Neue Ergebnisse aus der masurischen Familienforschung und
Kulturgeschichte."
In mehreren Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit
den Fragen der Nachwuchsgewinnung, Hilfe für den deutschen
Kulturverein "Heimat" in Ortelsburg, mit der Genealogie und mit dem
Bildarchiv Ostpreußen.
Der Samstagabend führte die Teilnehmer zu einem fröhlichen
Singen unserer schönen Volkslieder zusammen. Das Seminar war
thematisch ein Erfolg und förderte sichtlich die gegenseitige
Verbundenheit der Teilnehmer.
18. - 20. April
2008
1.
Seminar
der Kreisgemeinschaft in Bad Pyrmont
Dieter Ernst Chillla
 
Die
Kreisgemeinschaft Ortelsburg besitzt einen
unermesslichen Schatz an Erinnerungen und Exponaten, die von der
langen
preußischen Geschichte dieses Kreises Zeugnis ablegen. Was soll
damit
geschehen, wenn sich eines Tages die Mitglieder der Erlebnisgeneration
nicht
mehr persönlich um dieses Erbe kümmern können?
Seit längerer Zeit haben sich die
Mitglieder des Kreistages
dieser drängenden Frage gestellt.
Eine (erste) Antwort darauf war die
Durchführung eines
masurisch-historischen Seminars im Ostheim der Landsmannschaft
Ostpreußen vom
18. bis zum 20. April 2008 in Bad Pyrmont.
Es sollten in erster Linie
jüngere Mitglieder der
Bekenntnisgeneration angesprochen werden.
„Wenn sich wenigstens 25
Interessenten melden, dann führen
wir die Veranstaltung durch“, lautete die einstimmige
Meinung des Planungsgremiums. Das Ergebnis
überraschte dann
selbst die Zuversichtlichsten: Nahezu sechzig Interessenten hatten sich
gemeldet und reisten dann auch in den niedersächsischen Kurort an.
Immerhin
nahmen auch ältere Mitglieder an der Tagung teil, was sich auf die
Diskussion
insgesamt belebend auswirkte. Einige
ganz besondere Perspektiven vermittelten die Teilnehmer aus dem
„Kulturverein
Heimat, die aus Szczytno/Ortelsburg unter Leitung ihres Vorsitzenden
Edmund
Kucinski angereist waren.
Erfreulich war die Bereitschaft
qualifizierter Referenten,
ihr Wissen über den Großraum Ortelsburg ohne Honorar (!) an
die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer weiterzugeben.
Einleitend stellte Dr. Sebastian als Geschäftsführer der
Landmannschaft
Ostpreußen dar, in welchem übergeordneten Rahmen sich die
weitgehend autonome
Arbeit der Kreisgemeinschaft Ortelsburg bewegt.
Dr. Andreas Kossert vom Deutschen
Historischen Institut in
Warschau präsentierte seine
umfangreichen Forschungsergebnisse in sehr persönliche
Lebensbezügen:
Die Erfahrungen seiner Familie und
seinen Werdegang als
Flüchtlingskind in der „kalten Heimat“ bildete er vor dem
Hintergrund
wissenschaftlicher Erkenntnisse ab. Deutlich wurde dabei, wie ihn als
junger
Mann Masuren derartig fasziniert hat, dass er daraus als
Wissenschaftler eine
Lebensaufgabe gemacht hat.
Ebenfalls
persönliche
Akzente setzte Burkhard Ollech, der als Kind das deutsche und als
junger
Erwachsener das polnische Masuren erlebt hat. Toleranz und
Verständigung waren
Leitbegriffe, die seine Ausführungen prägten.
Aufrüttelnd seine Frage: “Was
wäre aus Masuren geworden, wenn ich mit vielen anderen Deutschen
Masuren viele
Jahre nach Kriegsende nicht verlassen hätte?“ Sein Fazit: „Die
Erinnerungen
sind hier in Deutschland. Das Leben spielt sich im heutigen Masuren ab.
Zukunft
wird es nur in der Kooperation mit den heute dort lebenden Polen geben.“
Der Schriftsteller Herbert Somplatzki
las aus eigenen Werken,
die vor allem das Leben der Masuren im Ruhrgebiet (z. Teil durchaus
humorvoll)
beleuchteten. Lyrische Akzente setzte Helena Hartinger, die sich auf
Vergangenheits- und Krisenbewältigung einer Frau bezogen, die als
kleines Kind
in den Fünfzigerjahren Ortelsburg verlassen hat und in
Westdeutschland
aufwuchs. In erzählender Prosa trug Herbert John seine
Kindheitserinnerungen
aus der polnischen Nachkriegszeit und seiner Aussiedlung in den Westen
vor.
Edelfried Badinski zeigte als
Kreisvorsitzender die
verschiedenen Projekte seiner Vorgänger auf und zeichnete damit
ein
anschauliches Bild der verschiedenen Schaffensphasen der
Kreisgemeinschaft.
Noch weiter konkretisiert wurden seine Ausführungen durch die
Beschreibung von
Werden und Wachsen der Heimatstube in Herne, die über viele Jahre
in den guten
Händen von Erich Sadlowski lag.
Besondere Resonanz fand der Vortrag
von Marc Plessa, der
konkret und professionell in die Arbeitweisen der Genealogen für
den Großraum
Ortelsburg/Neidenburg einführte.
In Arbeitskreisen
wurden
die Themen Zukunftssicherung der Kreisgemeinschaft, Heimatarbeit in
Ortelsburg/Szytno selbst und Familienforschung beleuchtet.
Die Tagung schloss mit der
Formulierung von
Zielperspektiven, die zeitnah in konkrete Ergebnisse umgesetzt werden
sollen. Einzelne
Teilnehmer nahmen sich vor, in Zukunft die Jüngsten aus dem Kreis
zu weiteren
Arbeitstreffen anzusprechen.
Insgesamt fand dieses
Seminar guten Zuspruch und motivierte die Veranstalter, in Zukunft
ähnliche
Angebote zu offerieren.
Stand
14.12.2009
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